Alles aus einer Hand

Pema gehört zu Deutschlands Pionieren der Lkw-Vermietung. Heute agiert das Unternehmen international in großem Stil und bietet umfangreichen Service rund ums Nutzfahrzeug.

„Full Service für einen Fuhrpark von 18.000 Einheiten.“

Ein Mann hatte die deutsche Teilung schon überwunden, als der Eiserne Vorhang zwischen Ost und West noch felsenfest stand. Quasi im Alleingang hatte er eine Lücke ausfindig gemacht, durch die sich beide Seiten die Hand reichen konnten: Der Osten Deutschlands brauchte für seine internationalen Verkehre Lkw aus dem Westen, war aber knapp an Devisen.

Der Mann stammte aus Herzberg am Harz, ganz in der Nähe der deutsch-deutschen Grenze. Er konnte mit Lkw dienen. Und im Osten somit Geschäfte machen, die im Westen Deutschlands lange Zeit nicht statthaft waren: mit der Vermietung von Lkw, die in Deutschland erst ab Ende der 80er-Jahre erlaubt war.

Sein Name: Peter Manns. Aus Vor- und Nachnamen leitet sich das Kürzel „Pema” ab, das für Deutschlands traditionsreichste Lkw-Vermietung steht. Herzberg am Harz liegt im Norden Deutschlands, östlich der Universitätsstadt Göttingen und nur 30 Kilometer von der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze entfernt. Als andere sich mit einem Fuhrpark von 30 bis 50 Lkw schon zu den Großen Deutschlands zählten, hatte Pema bereits einen Bestand von mehr als 1000 Lkw. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands war der Standort Herzberg am Harz nicht mehr Randlage, sondern zentral. Unendlich viel zu fahren gab es sowieso. Die Kundschaft stammte nun nicht mehr nur aus dem Osten Deutschlands, in dem Pema sowieso bestens bekannt war – und wo nun viele private Fuhrunternehmen ihr Glück versuchten. Auch der Westen deckte sich jetzt gern einmal mit Transportgerät auf Zeit ein. Das Transportwesen war fix auf den Geschmack gekommen, was das Mieten von Lkw und Trailern anging.

Vermietung
Die Palette bei den Trailern reicht bis hin zu Kühl-, Tank- und Siloaufliegern.

So kommt es, dass aus Pema einer der ganz großen Vermieter Europas geworden ist. Seit 2008 befindet sich das Unternehmen nicht mehr in Privatbesitz, sondern hat eine große Bank im Rücken. Heute besteht der Fuhrpark aus rund 18.000 Einheiten. Zwei Drittel davon sind Trailer sowie Wechselbrücken, ein Drittel der stattlichen Flotte machen Sattelzugmaschinen und Motorwagen aus. Zur Zentrale in Herzberg am Harz gesellten sich im Lauf der Jahre viele weitere Stützpunkte. Pema ist mittlerweile in acht europäischen Ländern vertreten.

Insgesamt 600 Mitarbeiter stehen bei dem Unternehmen in Lohn und Brot, das in seiner Art immer noch einzigartig ist unter den Nutzfahrzeugvermietern. Den Unterschied machen sozusagen die Fertigungstiefe und die erstaunliche Vielfalt des Angebots: „Wer seine Sattelzugmaschine mit Kipphydraulik von heute auf morgen gegen eine Zugmaschine mit Kompressor tauschen möchte”, umreißt Werkstattmeister Frank Mertig die Bandbreite sowie Flexibilität des Unternehmens, „dem kann bei uns geholfen werden.”

Maßarbeit statt Standardlösungen lautet einer der großen Trümpfe, mit denen Pema beim Kunden punktet. Fünf der sieben großen Lkw-Marken führt das Unternehmen im Sortiment, wobei der Schwerpunkt auf den Marken MAN und Volvo liegt. Beim Trailer reicht die Palette vom standardmäßigen Pritschen-Plane-Sattel bis hin zu Kühl-, Silo- und Tankfahrzeugen.

Eine zentrale Rolle kommt bei all dem der eigenen Werkstatt zu, die 24 Stunden pro Tag arbeitet. Dort schlägt das wahre Herz des Unternehmens. Vertriebsleiter Udo Brestel bringt den betriebswirtschaftlichen Stellenwert der eigenen Technik folgendermaßen auf den Punkt: „Unsere Wertschöpfung liegt im Service.”

Wartungsarm und verschleißresistent haben die Komponenten zu sein, die bei Pema auf den Hof rollen und anschließend beim Kunden vorfahren. Solide Haldex-Technik wie die Luftfederung oder Hebe- und Senkventil COLAS”, sagt Frank Mertig, „haben sich seit Langem bestens bewährt.” Am elektronischen Bremssystem EB+ schätzt er darüber hinaus besonders „den unkomplizierten Umgang mit der Software und das leichte Auslesen der Daten.” Um dem Kunden Datensalat zu ersparen, setzt Pema selbst auf ein herstellerunabhängiges Telematik-Portal, welches die Datenintegration verschiedener Systeme ermöglicht. Und der Kunde kann bei Pema in Form von Paketen wählen, in welchem Umfang er die Telematik bei ziehender und gezogener Einheit jeweils nutzen will. „Ausschließlich im Interesse des Kunden”, so Brestel, „hat Pema selbst keinen Zugriff auf die Daten.”

Anders als die meisten anderen Vermieter ist Pema aber nicht nur in dieser Hinsicht oder beim hohen Stellenwert, den der eigene Service einnimmt. In einer eigenen Akademie bietet Pema den Kunden zum Beispiel eine breite Palette an Aus- und Weiterbildung an. Und herrschen anderweitig bei herstellerungebundenen Anbietern zum Beispiel neben Wartungsverträgen mit den Herstellern für den Service auch Buy-Back-Vereinbarungen für die Rücknahme der Fahrzeuge vor, so vermarktet Pema die Gebrauchten nahezu vollständig selbst. „Das geschieht in größeren Kontingenten”, sagt Udo Brestel, „die zumeist Händler abnehmen.” Die haben Vertrauen genug, um öfter auch unbesehen zuzugreifen. Brestel weiter: „Die Qualität unserer Wartung ist bekannt.”

Udo Brestel
Vertriebsleiter Udo Brestel: „Die Wertschöpfung liegt im Service.”
Frank Mertig
Servicechef Frank Mertig: „Wartungsarme und verschleißresistente Komponenten.”
Mit der hauseigenen Akademie ist Pema auch bei Aus- und Weiterbildung aktiv.
Telematik stellt Pema zur Verfügung, verzichtet aber auf eigenen Zugriff auf die Daten.
Geht nicht gibt’s nicht: Die Werkstatt knackt auch die härtesten Nüsse.